Mittwoch, 20. August 2014

Hallo liebe Freude!

Es hat zwar ein paar Tage gedauert, aber jetzt haben wir endlich
Internet. Das W-LAN funktioniert zwar noch nicht, aber wir haben einen
unglaublich netten und kompetenten Herrn (der Leiter des Computer
Center) der uns hilft; ich bin zuversichtlich.

Aber nochmal von Anfang:
Mittwoch Abend ging es für meinen Projektpartner Jonathan und mich
endlich in Frankfurt Abends los: ein Jahr Süd Afrika. Nach einem
anstrengenden, aber guten Flug sind wir mit dem einem kurzen
Zwischenstopp in Abu Dhabi gut in Johannesburg angekommen. Wir wurden
freundlich am Flughafen von drei Mitarbeiter der Outreachfoundation
empfangen und in unsere neue Wohnung in Hillbrow geführt.

Erstmal mussten wir einen großen Einkauf tätigen,denn es fehlten sehr
viele Grundlegende Haushaltsutensilien. Aber sonst läuft die Selbeversorgung wie erwartet sehr gut. Jonathan und ich Kochen täglich und wie sollte es anders sein, es schmeckt auch sehr gut. Wir haben uns sogar schon an Afrikanische Gerichte gewagt, zugegeben mit Hilfe, aber es hat sehr gut geschmeckt.

In Hillbrow trauen wir uns mittlerweile auch alleine um den Block, von
Tag zu Tag ein Stückchen weiter. Das erste mal auf der Straße waren wir
mit Mosa, einem Mädchen das in unserem Haus wohnt, sie hat uns die
Umgebung gezeigt und uns auch sehr lieb beraten. Allgemein ist es sehr
aufregend, wir wurden in den Paar tagen in den wir hier sind schon Zeuge
von Fahrerflucht und Nachts sind wir schon zweimal von Schüssen wach
geworden. Das schafft einen unglaublich großen Respekt vor Hillbrow,
besonders vor der Nacht. Am Tag ist es sehr sicher und unser Haus wird
von einem sehr netten Sicherheitsmann überwacht, wenn man rein oder raus
möchte muss man über einen Fingerabdrucksensor sich ausweisen.

Die verschiedenen Projekte der Outreach Foundation werden wir diese
Woche allmählich kennen lernen. In ein bis zwei Wochen können wir uns
dann entscheiden, wo und wie wir unseren Schwerpunkt der Arbeit mit den
Projekten legen möchten. Montag und Dienstag haben wir im Beutomelo
Projekt mitgeholfen, dort werden hauptsächlich mit verschiedenen Näh-,
Strick- und Heckelarbeien Handgemachte Stoff und Wollsachen hergestellt.
Für eine Kunstwoche wurden verschiedene, bis zu zwei Meter große
Skulpturen mit bunter gestrickter Wolle ummantelt. Diese Figuren haben
wir dann in einem Künstlerviertel platziert. Nun heißt es warten und
hoffen das sich Käufer finden, aber ich bin mir sicher, dass das klappt,
denn die Figuren sind sehr schön geworden - ich habe echt gestaunt.

Die Outreach Foundation ist was Musikinstrumente angeht sehr gut
ausgestattet, ich glaube sie beizt über 8 Klaviere und es gibt in
verschiedenen Instrumentengruppen Einzel- und Gruppenunterricht. Es ist
ganz interessant, die Klavier Anfänger lernen mit der gleichen
Klavierschule wie wir/ich. Und ich wurde schon gefragt ob ich einen
Gottesdienst mit der Orgel begleiten möchte, ich könnte mir das durchaus
vorstellen. Die Möglichkeit in den Geigenunterricht reinzuschauen und
mit der Viola mit zuspielen, hat sich mir auch schon geboten.

Ich bin mal sehr gespannt, in welchem Projekt ich mich engagieren werde,
aber ich bin überzeugt das es interessant wird.

In der Wohnung 302 in der wir leben, wohnen die Freiwilligen aus
Deutschland seid zwei Jahren. Darum ist diese Wohnung im kompletten
Stadtteil bekannt, besonders weil die letzten beiden Jahre immer sehr
offene, nette und kontaktfreudige Freiwillige hier waren, so ist bei
vielen Jugendlichen bekannt das sie einfach mal vorbeischauen können.
Auf diese Weise haben wir schon viele nette Leute kennen gelernt, wir
wurden nämlich schon viel besucht. Wir sind angehalten unsere Wertsachen
nur in unserem abgeschlossenen Schlafzimmer aufzubewahren, wenn wir
Besuch haben. Bis jetzt kam es jedes Jahr vor das den Freiwilligen viel
geklaut wurde. Ich finde es sehr komisch und ungewohnt so lieben und
netten Leuten nicht zu trauen. Aber hier in Süd Afrika, so wusste
verschiedene zu berichten, herrscht diesbezüglich einfach eine andere
Mentalität.

Ich bin sehr gut angekommen und froh hier sein zu dürfen. Ich wollte
euch mit dieser Post nur kurz berichten wie die ersten Eindrücke und
Gegebenheiten in Süd Afrika sind. Besonders möchte ich mich auch
nochmals bei allen bedanken, ich freue mich sehr über den Förderkreis
und die Unterstützung aus Deutschland. Gerne könnt ihr noch alle möglichen
Fragen stellen.

Euer Johannes





Ps: Hier noch ein Paar interessante Links.
Der Block meines Projektpartners Jonathan: 
http://www.jonathangoestoafrica.blogspot.de/
Zwei Zeitungsartikel über meinen Freiwilligendienst:
http://www.hna.de/lokales/frankenberg/horizont-erweitern-3750716.html
http://www.wlz-fz.de/Lokales/Frankenberg/Burgwald-Kellerwald/Johannes-geht-nach-Johannesburg

Die Website der Outreach Foundation:
http://www.outreachfoundation.co.za/

Die verschiedenen Projekte sind auch auf Facebook vertreten:

https://www.facebook.com/OutreachFoundation
https://www.facebook.com/HillbrowDayVision
https://www.facebook.com/BoitumeloProject
https://www.facebook.com/HillbrowTheatreProject

Und ein sehr interessanter aktueller Artikel über Afrika und die
Krankheit Ebola:
http://www.faz.net/aktuell/politik/die-angst-vor-ebola-afrika-ist-nicht-gleich-afrika-13104810.html

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